Vormontierte Skids für die Produktion von Flüssigarzneimitteln erleichtern den Pharmaanlagenbau
Sobald ein neues Arzneimittel am Markt zugelassen ist, wollen Pharmaunternehmen die entsprechende Produktionsanlage meist in kürzester Zeit realisieren. Anlagen nach dem Baukastenprinzip mit vormontierten Units bieten hier Unterstützung.
Der Begriff „time to market“ wird im Umfeld der Marktglobalisierung und der damit steigenden internationalen Wettbewerbssituation – insbesondere für die päischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen – immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufbau und Einsatz von modularen Prozessanlagen bei der aseptischen Herstellung von fließfähigen Stoffen immer mehr an Bedeutung. Denn der Startschuss für die Produktion im großen Maßstab fällt in der Pharmaindustrie erst, wenn die Zulassung eines neuen Medikamentes durch die Arzneimittelbehörde hörde zu erwarten ist. Hat sich das Unternehmen für den Umbau oder Neubau einer Pharmaanlage entschieden, muss das Medikamentmöglichst schnell auf dem Markt erscheinen. Je länger der Zeitraum zwischen Produktionsstart und Ablauf der Patentrechte, desto größer ist der zu erwartende Marktanteil. Damit zählt der schnelle Aufbau der Produktionsanlage zu den zentralen Aufgaben.
Traditionell haben in den letzten Jahrzehnten viele Firmen ihre Prozessanlagen für die Herstellung und Verarbeitung von flüssigen Arzneistoffen direkt in das Gebäude verbaut. Die Anlagenbauer haben dabei die Komponenten mittels Rahmenkonstruktionen, Halterungen und Stützen fest mit dem Gebäudekörper verbunden. Voraussetzung für diese Bauweise war die vorherige Fertigstellung der Reinräume, also der Wände, des Fußbodens und der abgehängten Decke. Erst nach Abschluss der Arbeiten an weiteren Gewerken, wie der Klimatechnik, Sprinkler, Beleuchtung, etc. war es dem Anlagenbauer möglich, die einzelnen Ausrüstungsteile aufzubauen und zu einer kompletten Anlage zu verrohren. Ebenso wurde die gesamte Elektroinstallation vor Ort montiert und die Produktionseinheit anschließend als Ganzes in Betrieb genommen. Dies galt zum Beispiel für Anlagen zur Herstellung von Parenteralia, Sirupen, Suspensionen und die Verarbeitung von Blutplasma, sowie für Systeme zur Medienbereitung und die Fermentation.
Der Autor:
Gunther Klein, GEA Diessel GmbH Hildesheim
Erschienen in: P&A September 2006 - www.PuA24.net
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