Der Milchfluss
Von der Kuh frisch auf den Tisch
Fast 90 Prozent Wasser, aber sie ist so wertvoll und sie hat es eben in
sich!
Milch als Grundnahrungsmittel mit vielen wichtigen Inhaltsstoffen stellt in
unserem Leben ein wichtiges Element für die Nahrungsmittelversorgung und
Gesundheit dar. Verschiedene Weiterverarbeitungstechniken sowie Varianten von
Rezepten sichern die Vielfältigkeit und Auswahlmöglichkeit rund um diesen
natürlichen Grundstoff. Als „lebende“ Substanz muss die Milch behutsam
behandelt werden, damit als Kehrseite dem Verbraucher beim Verzehr nicht sogar
ein Gesundheitsrisiko entsteht.
Ein klarer, nachvollziehbarer und
abgesicherter Weg der Milch von der Kuh bis zum fertigen Endprodukt ist die
grundlegende Anforderung für eine industrialisierte Milchverarbeitungskette.
Der direkte Weg „von der Kuh frisch auf den Tisch“ ist dabei nicht
empfehlenswert.
Auch die Milch in Kannen am Straßenrand in der Sonne zu
deponieren, entspricht nicht mehr dem heutigen Transportstandard. Vorteilhaft
ist es, die Milch nach dem Melken in einem Farmtank hygienisch zu sammeln und
dort gut gekühlt und gerührt aufzubewahren, bevor sie rationell abgeholt und
zur Molkerei transportiert wird. Die Qualität und die Haltbarkeit der
Milchprodukte wird bereits an dieser Stelle mit beeinflusst. Bei der
Betrachtung des „Milchflusses“ sind folgende Kriterien aus Qualitätssicht zu
berücksichtigen:
- Züchtung von gesunden und robusten Kuhrassen
- Frisches und richtig
dosiertes Futter
- Eine kontinuierliche Gesundheitsüberwachung der
Kühe, inklusive der notwendigen
Stallhygiene
- Sauberkeit
beim Melkverfahren und strikte Einhaltung von Reinigungsvorgaben bei
allen
notwendigen Gerätschaften auf dem Hof
- Durch
kontrolliertes Kühlen und gleichmäßiges Rühren wird die Haltbarkeit der
Rohmilch
auf dem Hof bis zur Abholung gesichert.
-
Nahrungsmittelgerechte Tankwagenaufbauten mit einem Reinigungsnachweis für
die
einzelnen Tankkompartments, sowie allen installierten
Aggregaten und
Rohrleitungssystemen
- Kontinuierliche
Überwachung der angenommenen Milch auf Temperatur und die
Entnahme
einer gleichmäßigen Querschnittsprobe als
nachvollziehbarer Qualitätsnachweis
- Die Touren und Transportzeiten
sind so optimiert, dass die Temperatur der Milch bis zum
Abladepunkt nicht den kritischen Grenzwert übersteigt.
- Vor dem
Abladen des Tankinhalts in den Stapeltank der Molkerei wird
durch
Laboruntersuchung nochmals sichergestellt, dass die Milch
keine unzulässigen
Medikamtenanteile enthält und einwandfrei für die
Weiterverarbeitung geeignet ist.
- Beim Abladen der Milch ist wieder
eine nach hygienischem Standard konzipierte
Milchannahmeanlage mit
geschlossenen Behältern notwendig.
- Für die Produktnachverfolgung
wird als Qualitätsparameter wieder die Milchtemperatur
erfasst
und eine Querschnittsprobe für diverse Laboruntersuchungen
vollautomatisch
und repräsentativ über den gesamten Tankinhalt
gezogen.
- Bevor die Milch in die unterschiedlichen und teilweise sehr
komplexen
Verarbeitungsschritte überführt wird, bleibt das
Rohprodukt zunächst in den Stapeltanks;
ein detailliert
abgestimmtes Markierungs- und Dokumentationssystem sorgt dann im
Produktionsprozess für eine Rückverfolgbarkeit zur Sicherheit für den
Verbraucher, um
sich auf ein qualitativ einwandfreies und gesundes
Produkt verlassen zu können.

"FastSpeed"-Messanlage auf einer
Sattelzugmaschine
Genaue und zuverlässige Mengenerfassung schafft Vertrauen
Beim Design der Annahmeanlagen werden selbstverständlich die
Hygienerichtlinien konsequent angewendet. Die Genauigkeit steht bei der
Mengenmessung im Fokus, denn nur mit amtlich anerkannten Messgeräten lässt sich
eine zuverlässige Abrechnung des Milchgeldes sichern. Eine maximale Abweichung
von 0,25 Prozent bei unterschiedlichen Förderleistungen wird von den
magnetisch-induktiven Durchflusszählern erreicht und von staatlichen Stellen
bestätigt. Selbst auf Höfen mit schwierigen Annahmebedingungen beträgt die
Abweichung bei einer kleinsten Annahmemenge von 50 l weniger als ein Viertel
Liter.
Bereits seit Mitte der 80er-Jahre wurden die mechanischen „Diessel-
Uhren“, wie die Ringkolbenzähler liebevoll genannt wurden, durch die damals
revolutionierende Messtechnik nach dem magnetisch-induktiven Faraday-Effekt
ersetzt.
Ohne bewegte Teile arbeiten diese Geräte verschleißfrei und bieten
daher für die Anwender enorme Vorteile.
Die neuste Entwicklung von Geräten
dieser Messtechnik, der IZM-C™,
bietet eine kleine Baugröße, ist komplett aus Edelstahl gefertigt und
verbraucht weniger als ein Viertel elektrischer Energie gegenüber
vergleichbaren Vorgängermodellen. Die Realisierung solcher Vorgaben ist nur bei
einer konsequenten Produktpflege möglich.
Der Markenname ZEVODAT™ steht für
ein Steuer- und Datenerfassungsgerät von GEA Diessel, das seit vielen Jahren in
Tankwagenflotten zuverlässig seinen Dienst verrichtet.
Von der Datenregistrierung bis zur kompletten Milchannahmesteuerung
Obwohl die exakte und manipulationsfreie Ermittlung der Milchmenge
auf dem Lkw nachweisliche Vorteile bietet, wird in einigen Ländern auf diese
Technik noch verzichtet. Das Niveau im Farmtank wird mit einem Peilstab manuell
gemessen und unter Berücksichtigung der Temperatur die entsprechende Menge
ausgerechnet. GEA Diessel bietet hier mit der Variante ZEVODAT-C1™ eine günstige
Einstiegsvariante als Datenerfassung, um die relevanten Daten für die spätere
Milchgeldabrechnung zur Verfügung zu haben. Bei Kopplung dieser Gerätevariante
mit einem geeigneten Probenahmesystem wird beim Eintanken der Milch automatisch
eine repräsentative Probemenge in eine z. B. per Barcode identifizierte Flasche
gefüllt.
Als Nachweis erhält der Landwirt als amtliches Dokument einen
Ausdruck aller Daten.
Vorteilhaft ist, dass bei einem nachträglichen Einbau
der automatischen Mengenerfassung alle Geräte durch geringfügige Modifikationen
weiter verwendet werden können.
Es gibt eine Vielzahl von
Aufrüstmöglichkeiten.
Von der amtlich überwachten Mengenmessung für
„normale“ Annahmegeschwindigkeiten bis z. B. 400 l/min. mit einer positiven
Pumpe bis hin zu komplexen Milchannahmeanlagen mit Kombinationen von mehreren
Pumpen, die annähernd 2.000 l/min. erreichen, wird ein breites Spektrum
angeboten.
Wie die Praxis zeigt, ist selbst die Nach- und Umrüstung alter
Fahrzeuge mit einer neu entwickelten Datenerfassung wie dem ZEVODAT-flash™
sinnvoll, um die neuesten Funktionalitäten für die gesamte Flotte nutzen zu
können. Die automatische Erkennung der Lieferanten per GPS oder die zeitnahe
und rationelle Datenübertragung per GPRS oder EDGE versetzen auf diese Weise
auch einen alten Tankwagen in ein vorteilhaftes Kommunikationsgefüge der
Fahrzeuglogistik.

Sinnvolle Nachrüstung alter Tankwagen mit dem neuesten Boardcomputer
ZEVODAT-flash™
Zusammenfassung
Die Qualitätsabsicherung und
Rückverfolgbarkeit der Milch beim Transport vom Lieferanten bis zur Molkerei
gehört zu den Aufgaben eines modernen Transportmanagements.
Die schnelle
Verfügbarkeit der Milchdaten unterstützt mit speziellen
Routenoptimierungsprogrammen die Flottenlogistik.
GEA Diessel stellt von
der Einzelkomponente, wie Mengenzähler, Probenehmer, Steuer- und
Datenerfassungseinheit über komplette Messanlagen für die amtlich zugelassene
Mengenermittlung zur Milchgeldabrechnung nicht nur seine breite Produktpalette
zur Verfügung, sondern bietet jede Menge Erfahrung bei der Lösung spezifischer
Herausforderungen.
Mit der Geräteausführung ZEVODAT-flash™ setzt GEA
Diessel konsequent die Umsetzung von neuen Marktforderungen für Datensysteme
erfolgreich fort. Mit dem Gesamtkonzept für eine weitgehend „stufenlose“ Nach-
oder Aufrüstbarkeit der Milchtankfahrzeuge können die Kunden ihre Investitionen
mittel- bis langfristig sicher kalkulieren.
Der Autor:
Hermann Hartmann, Dipl. Physiker, bei GEA
Diessel verantwortlich für Mess- und Datentechnik
Veröffentlicht in: Deutsche Milchwirtschaft 14/2008
Klicken Sie auf das PDF-Symbol zum Herunterladen der Publikation: