Vertrauen ist wichtig
Milcherfassungs-Daten
Messtechnik in
Milchsammelfahrzeugen erlaubt, die Milchmengen elektronisch zu erfassen und
damit das Milchgeld verwechselungsfrei abzurechnen.
Die Zuverlässigkeit und
Genauigkeit der Volumenmessung ist der wesentliche Bestandteil für die
Akzeptanz von Messapparaturen auf Milchsammelwagen, um sie von einer amtlichen
Stelle gemäß der EU-Richtlinie 2004/22EG über eine „benannte“ akkreditierte
Stelle bestätigt zu bekommen.
Die PTB in Braunschweig ist in Deutschland
berechtigt, die OIML-Zertifizierung (franz.: „Organisation Internationale de
Métrologie Légale “) von Komponenten in einer Messanlage durchzuführen.
Die
Zulassung nach dem MID-Verfahren (engl.: „Measuring Instruments Directive“)
setzt voraus, dass für die eingesetzten Komponenten ein OIMLZertifikat vorliegt
und die Funktion der Gesamtanlage mit den Anforderungen an Genauigkeit und
Sicherheit der Messwertermittlung übereinstimmt. GEA Diessel ist seit
Jahrzehnten Experte für amtliche Messgeräte und –anlagen und hat diese
Richtlinien in seinen Komponenten umgesetzt. So sind die Volumenmessgeräte der
Typenreihe IZM-SE™, IZM-TE™ und die seit Anfang 2008
verfügbare Steuer- und Datenerfassungseinheit ZEVODAT-flash™ nach OIML zertifiziert.
Eine Messanlage,
die nach dem MID-Verfahren zugelassen ist und vom Eichamt regelmäßig überprüft
wird, bietet dem Lieferanten, dem Fuhrunternehmer sowie der Molkerei die
Sicherheit, dass der Warenaustausch vom Erzeuger bis zum Endprodukt
ordnungsgemäß abgewickelt wird.

ZEVODAT-flash™ dokumentiert
alle Vorgänge lückenlos
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Menge allein reicht nicht
Der Wert der gelieferten
Rohmilch hängt von Menge und Inhaltsstoffen ab. Der Grundpreis wird in
Deutschland mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß definiert. Abweichungen führen bei
der Abrechnung zu etwa 0,3 bis 0,4 Cent je 0,1 % des tatsächlich ermittelten
Fett- oder Eiweißgehaltes. Betrachtet man die typische Messtoleranz bei der
Mengenermittlung mit 0,5 % und bei der Ermittlung der Milchinhaltsstoffe mit
0,05 %, so geht es für die Partner in der Lieferkette bei einer angenommenen
täglichen Annahmemenge von 1.000 l um einen Betrag von etwa 2.000 € jährlich.
Für einen Tankwagen mit 30.000 l Kapazität bedeutet das 60.000 €. Die
Genauigkeit bei der Ermittlung der Inhaltsstoffe ist eine wichtige
Voraussetzung für eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Die
gesamte Toleranzbreite für diese Messwerte ergibt sich aus der
Repräsentativität der Probenentnahme plus der Genauigkeit der Labormessung.
Handelsübliche, anerkannte Laborgeräte geben für die Fettbestimmung eine
Toleranz von 0,02 % und für Eiweiß eine Toleranz von 0,04 % an.
In- bzw.
Online-Messsysteme, die während der Milchannahme verlässlich und mit der
geforderten Genauigkeit diese Messergebnisse direkt auf dem Milchsammelwagen
liefern, sind am Markt nicht verfügbar. Die Labormessung ist nach wie vor
notwendig.
Die Menge der hierfür notwendigen Probe liegt bei etwa 50 ml.
Die Entnahme mit einer Schöpfkelle ist in vielen Ländern noch heute Standard.
Automatische Probenahmesysteme, die nach dem peristaltischen Prinzip arbeiten,
haben sich in vielen Fahrzeugen seit Jahren etabliert. GEA Diessel bietet mit
dem Gerät PS3 ein gesteuertes Schlauchpumpensystem. In Verbindung mit einer
Datenerfassung, z.B. ZEVODAT-flash™, wird für die erwartete Milchmenge
automatisch über den gesamten Annahmeprozess eine gleichmäßige Probe gezogen.
Unsicherheiten durch manuelle Eingriffe sind damit praktisch ausgeschaltet. Der
doppelt wirkende Probenehmer
PS4 kann gleichzeitig während der gesamten Tour eine Querschnittsprobe
aller Einzelannahmen ziehen. Die Probenmenge für die Tour liegt üblicherweise
bei 500 ml. Die waghalsige, manuelle Entnahme der Rohmilch von oben aus dem
Milchsammelwagentank gehört damit der Vergangenheit an.

GEA Diessel Komponenten sind
OIML-zertifiziert
Rückverfolgbarkeit
Die immer mehr in den QS-Fokus
rückende Rückverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln bis zum Erzeuger wird mit der
Probenahme von Einzel- und Tourmenge sichergestellt. Mit der Entwicklung eines
vollautomatischen Probenahmesystems für Milchsammelwagen geht GEA Diessel jetzt
noch einen Schritt weiter. Durch die Unterbindung von
Manipulationsmöglichkeiten bei der Probenahme – bewusst oder unbewusst - wird
der Vertrauensgrad für alle Partner innerhalb der Lieferkette gesteigert.
Eckpunkte für den Probenautomat „SampleGuard™“ sind:
• Hohe
Repräsentativität der Probe bezogen auf die gesamte Annahmemilch
•
Vermeidung von Verschleppung in der Probe von Lieferant zu Lieferant
•
Eindeutige und unverwechselbare Zuordnung von Proben zum Lieferanten
•
Sichere Kühlung von Einzelprobe und Tourprobeflasche während der gesamten Tour
• Unterbindung jeglicher Manipulationsmöglichkeit durch Personen
•
Vermeidung von Verunreinigungen der Proben durch manuelle Einflussnahme.
Wichtig ist auch die Baugröße, denn Umbauten in bestehenden Anlagen führen
zu erheblichen Kosten. In Verbindung mit der intelligenten Elektronik
ZEVODAT-flash™ wird im SampleGuard™ nicht nur die Probeentnahme individuell
gesteuert, sondern auch die Zugriffe in die Kühlbox laufend überwacht,
dokumentiert und dem Betreiber per Protokoll z.B. via GPRS mitgeteilt. Die
Schwelle für einen bewussten Eingriff auf die Probe ist somit merklich erhöht.
Die speziell und neu entwickelte Füllüberwachung, die vom ersten bis zum
letzten Tropfen während der Probenahme aktiv ist, meldet frühzeitig im
Annahmevorgang mögliche Störungen und ermöglicht somit die schnelle Behebung.
Alle relevanten Daten werden in der Datenerfassung gespeichert und zusätzlich
in das integrierte Speichermedium der Probeflasche geschrieben.
Vertrauen schaffen
Die exakte Abrechnung der Rohmilch
wird vom Gesetzgeber geregelt und überwacht. Das Vertrauen in die Zahlen
steigt, wenn eine manuelle Einflussnahme auszuschließen ist. Die von GEA
Diessel konzipierte vollautomatische Milchannahme auf Milchsammelfahrzeugen mit
lückenloser Ereignis-Registrierung bietet alle Möglichkeiten für die moderne
Milchlogistik.
Der Autor
Hermann Hartmann, Dipl.-Phys., GEA Diessel, Bereichsleiter für
mobile Technik und Komponenten
Veröffentlicht in: molkerei-industrie 01/09
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